Osteoporose- und Frakturprophylaxe

Arthrose. Die Empfehlungen zur Vorbeugung (Prophylaxe) einer Osteoporose  betreffen viele Lebensumstände. Die Auflistung möglicher prophylaktischer Maßnahmen in Anlehnung an verschiedene Aspekte des Alltags oder krankheitsbestimmter Umstände ist daher empfehlenswert. So gliedert beispielsweise der DACHVERBAND OSTEOLOGIE (DVO), der sich auch für Herausgabe aktueller Leitlinien zur Behandlung der Osteoporose verantwortlich zeichnet, die prophylaktischen Maßnahmen nach drei Schwerpunkten:

  1. Muskelkraft, Koordination, Stürze
  2. rnährung, Lebensstil
  3. Medikamentenrevision

Muskelkraft, Koordination, Stürze

Ernährung, Lebensstil

Medikamentenrevision

Unter Medikamentenrevision wird die Überprüfung der  Notwendigkeit  und der Dosis von Medikamenten verstanden, Stürze oder die Entwicklung einer Osteoporose-begünstigen können.

Dazu zählen beispielsweise Antiepileptika, Antidepressiva , Glukokortikoide  oder Medikamente zur Behandlung einer Schilddrüsenerkrankung. Die Liste möglicherweise zu revidierender Medikamente ist lang. Ihr Orthopäde gibt Ihnen sicher gerne Auskunft und hilft Ihnen bei der Koordination verschiedener Therapieansätze.

Alle prophylaktischen Maßnahmen wirken rasch. Die Wirkung ist aber nur für die Zeitdauer ihrer Durchführung belegt. Leider gibt es keinen Beleg für eine andauernde Langzeitwirkung auf Stürze oder Frakturen, so dass die empfohlenen Maßnahmen lebenslang durchgeführt werden sollten.

Die Prophylaxe  im Alltag

Oft ist es schwierig, die empfohlenen Basismaßnahmen konsequent umzusetzen. Eines der Haupthindernisse bei der Umsetzung solcher Maßnahmen ist die falsche Selbsteinschätzung. Sie findet sich insbesondere bei Menschen, die noch aktiv im Berufsleben stehen.

So wird die Frage nach körperlicher Aktivität in der Regel mit umfassend oder gar ausreichend beantwortet, weil schon kleinere Ereignisse, wie beispielsweise die wöchentliche Tennisstunde oder das Rasenmähen am Wochenende mit ü?berdurchschnittlicher körperlicher Aktivität gleichgesetzt werden. Entscheidend ist aber neben der Regelmäßigkeit (am besten jeden Tag) die Einwirkung von mindestens dem vollen Körpergewicht auf den Knochenapparat und die Förderung von Kraft und Koordination.

Geeignet sind zum Beispiel Wandern, Tanzen, Gymnastik oder Krafttraining. Schon der Verzicht auf den Aufzug im Büro oder auf das Auto für den Weg zum Supermarkt wirkt Wunder. Auch kleinere Anstrengungen sind wirksam. Gezielte Übungsprogramme reduzieren auch das Sturzrisiko.

Eine weitere falsche Selbsteinschätzung ist häufig bei den individuellen Essgewohnheiten zu beobachten. In der Regel wird die Qualität der eingenommenen Mahlzeiten hinsichtlich der „Knochengesundheit“ überschätzt. Entgegen allen Werbeparolen („ wie ein kleines Steak“) ist unsere Nahrung in Wahrheit arm an Kalzium. Die empfohlene Erhöhung der Kalziumzufuhr auf 1200 bis 1500 mg täglich ist so viel, dass mitunter eine komplette Ernährungsumstellung in Verbindung mit einer Ernährungsberatung erfolgen muss. Der immer wieder gern zitierte „Joghurt am Morgen“ ist bedeutungslos.

Die durchschnittlich 30-minütige Sonnenlichtexposition pro Tag ist oft nicht einzuhalten. Moderne doppelverglaste Fenster lassen den gewünschten Effekt des Sonnenlichts nicht zu. Auch die Werbeempfehlungen von Sonnenstudiobetreibern sollten mit Vorsicht betrachtet werden.


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