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Moderne Navigationstechnik bei Teilendoprothesen
Immer häufiger werden die Chirurgen von computergestützten Navigationssystemen unterstützt. Waren diese Systeme bisher weitgehend der Versorgung mit Vollendoprothesen vorbehalten, setzen sie sich nun auch bei Teilendoprothesen durch.
Computergestützte Navigationssysteme sollen die Langzeitergebnisse einer Prothese verbessern, da die Navigation es dem Operateur erleichtert, die Prothesen positionsgenau auszurichten. Das Navigationssystem arbeitet dabei in drei Schritten.
Der erste Schritt erfolgt nach einem auch dem Laien vertrauten Prinzip: Vergleichbar dem Navigationssystem im Auto werden die individuellen anatomischen Verhältnisse des zu versorgenden Patientengelenks millimetergenau erfasst. Die erfassten Komponenten werden über Sensoren kontrolliert und für das Operationsteam auf einem Überwachungsmonitor dreidimensional abgebildet.
Auf Grund der äußerst präzise ermittelten Daten bestimmt der Navigationscomputer im zweiten Schritt die für den Patienten ideale Prothese und passt sie den anatomischen Vorgaben an. Der Patient erhält also eine auf sein erkranktes Gelenk individuell angepasste Prothese, vergleichbar einem Maßanzug im Gegensatz zu einem Anzug „von der Stange“.
In dem dritten und letzten Schritt berechnet die Technik die für die Prothese notwendigen Sägeschnitte an den Gelenk bildenden Knochen. Entsprechend dieser Vorgaben kann der Operateur die Prothese dann optimal implantieren.
Bisher stand diese Technik bei der Kniegelenksarthrose nur für Vollprothesen zur Verfügung. Teilprothesen, so genannte Schlittenprothesen, die nur die Innen- oder Außenseite des Kniegelenkes ersetzen, mussten konservativ, d.h. nach herkömmlichen Verfahren eingemessen werden.
Gerade im Bereich der Knieendoprothetik ist die Neuerung von großer Bedeutung, da die so genannte Schlittenprothese in diesem Bereich eine kleine Renaissance erfahren hat. Bei Schlittenprothesen handelt es sich um kleine, knochensparende Prothesen, die bei geeigneter Indikation nur in einem Teil des Kniegelenks eingesetzt werden.
Die computergesteuerte Navigation bietet neben den gewebsschonenden „kleinen Schnitten“ zwei weitere Vorteile. Zum einen wird die Implantationsgenauigkeit erheblich verbessert, zum anderen erlaubt sie eine intraoperative Korrektur.
Bei der früher üblichen Einmessung der Prothesen konnte das Ergebnis erst nach der Operation auf dem Röntgenbild begutachtet und bewertet werden. Die Möglichkeiten einer Korrektur waren damit erheblich eingeschränkt, bzw. nicht vorhanden. Die Kontrollsensoren der computergesteuerten Navigation bieten jetzt die Möglichkeit, das Ergebnis nach jedem Schritt zu kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren.
Das erwartete langfristige Resultat ist eine längere Lebensdauer der implantierten Prothese.